Beratungsstelle Sallstraße
Gesellschaft für pädagogisch-psychologische Beratung e.V.
Sallstr.24, 30171 Hannover, Tel 0511-85 87 77, Fax 0511-260 74 70, E-mail:gppbsallstr@web.de

Legasthenie/Dyskalkulie - Was ist das?

Bei der Lese-Rechtschreibschwäche (Legasthenie) und der
Rechenschwäche (Dyskalkulie) handelt es sich um eine
Lern- und Leistungsstörung, die in den ersten Schuljahren
auftritt und vielfältige, z.T. sehr verschiedene Ursachen hat.

Beim Erlernen des Lesens und Schreibens sowie der Grund-
rechenarten ist ein Zusammenwirken von Sinneswahrnehmungen,
deren Verarbeitung, Denkprozessen und der Auge-Hand-Koordination
nötig. Dieser komplizierte Vorgang ist an vielen Stellen und auf
vielfältige Weise störbar.

Wenn dies geschieht, machen Kinder die Erfahrung, dass sie
bei den Aufgaben scheitern, die andere doch mehr oder weniger
mühelos lösen können. Diese wiederholten Misserfolge haben
nicht nur sehr negative Folgen für das Selbsterleben und
Selbstvertrauen des Kindes. Auch Eltern, Lehrer und andere
enge Bezugspersonen, wie Mitschüler und Geschwister, sind
häufig mit betroffen. Oft entsteht daraus ein Teufelskreis.
Der gesamte Lernprozess ist nachhaltig gestört.

Was wir tun

So unterschiedlich die auslösenden Faktoren sind, so individuell
sind auch die Schwierigkeiten, die das betroffene Kind zu
bewältigen hat. Also muss auch die Behandlung auf jedes Kind
speziell ausgerichtet sein. Hier setzt unser Behandlungskonzept an:

Jedes Kind kann über einen längeren Zeitraum hinweg seine
Lernschwierigkeiten innerhalb einer geschützten, hilfreichen
und wertschätzenden therapeutischen Beziehung bearbeiten.
Dabei wird auf jedes Kind, seinen Lernstand, seine
Familien- und Schulsituation individuell eingegangen.

Zusätzlich bieten wir Elterngespräche und einen Elternkurs an,
um Informationen über das Störungsbild zu geben, Entlastung
und Austausch zu ermöglichen und Unterstützungsmöglichkeiten
zu besprechen.

Der kontinuierliche Kontakt zu den Lehrern und der Schule gehört
weiterhin dazu. Im oft angespannten Verhältnis zwischen Eltern
und Schule ist gerade die unabhängige Position des Therapeuten/
der Therapeutin sehr hilfreich.

Unsere langjährig berufserfahrenen MitarbeiterInnen verfügen über
verschiedene pädagogische bzw. psychologische und
psychotherapeutische Ausbildungen.

Neben der kollegialen Beratung und dem Austausch im Team findet eine
regelmäßige Fallsupervision statt.

Finanzierung, Organisatorisches

Die Behandlung dauert 1 – 2 Jahre, wobei die Kinder in der Regel für
eine Stunde in der Woche zu uns kommen. Eltern werden in Gruppen oder
in Einzelgesprächen beratend einbezogen, Gespräche mit Lehrerinnen
und anderen Beteiligten werden geführt.

Die Jugendämter finanzieren die Behandlung auf Antrag der Eltern,
wenn ein entsprechendes fachärztliches oder kinder- und
jugendlichenpsychotherapeutisches Gutachten sowie eine
Stellungnahme der Schule vorliegt. (Gesetzliche Grundlage ist
dabei §35a des Kinder- und Jugendhilfegesetzes).

Eine Behandlungsstunde wird mit 40,85 € erstattet, die
Beratungsstelle rechnet direkt mit dem jeweiligen Jugendamt ab.
Zusätzlich entstehende Kosten werden durch einen
regelmäßig zu zahlenden Monatsbeitrag von 25,- € gedeckt.
Ermäßigungen sind möglich.

Nach einem Jahr ist eine Verlängerung der Kostenübernahme
durch die Jugendämter dann möglich, wenn die Maßnahme
ausreichend Erfolg verspricht und sich die Gefahr einer
drohenden seelischen Behinderung mithilfe dieser Bemühungen
nachweislich verringert hat.

Sprechstunden
Dienstag 16-17Uhr
Mittwoch 10-11.30 Uhr